Der neueste heiße Scheiß? Bieryoga in Berlin.

Bereits als ich erstmalig verkündete, dass ich Bieryoga ausprobieren möchte, hagelte es Kritik. Auf „Teilnehmen“ einer Facebook-Veranstaltung namens Bieryoga zu klicken, scheint Bonuspunkte auf der Lifestyle-Skala zu bringen. Wirklich hinzugehen hingegen…nicht. Denn von all‘ meinen „Freunden“, die laut Facebook teilnehmen sollten war dann letztenendes kein einziger am Start.

Jenny mag Yoga

Jenny mag Yoga

Grenzerfahrung – BierYoga

Sowas stört mich aber auch nicht. Ich bin immer offen für Grenzerfahrungen, egal ob in Begleitung oder nur mit mir selbst. Sonst wäre ich auch nicht beim Vollmondtrommeln, beim Whirlpool Cinema Open Air und beim Morning Gloryville gewesen. (=> Mehr dazu unter diesem Bericht als Lesetipp).

Diese Grenzerfahrungsposts haben eher informativen Charakter. Das sind Events, deren Idee ich spannend finde. Und an denen ich aus diesem Grund auch teilnehme. Empfehlung an alle, die jetzt noch weiterlesen: Bitte lockermachen. Denn es ist so:

Ich bin kein Übermensch.

Ich esse regelmäßig Käse. Und ich trinke auch immer mal wieder Alkohol. Seit meiner Schiffszeit kann sich meine Wodka-Toleranz ernsthaft sehen lassen, aber Bier mag ich auch. Ich könnte euch hier heute Märchen erzählen von meiner spirituellen Morgenroutine, aber Fakt ist, dass meine einzige Routine am Morgen aus starkem Espresso besteht. Ich würde schon behaupten, dass ich mich gesund ernähre, aber ich esse auch Schokolade und Chips. Nichts liegt mir also ferner, als eine Vorbildfunktion zu übernehmen in Bezug auf Selbstgeißelung. High Five an den Großteil von euch also. Wir sind höchstwahrscheinlich gleichermaßen unerleuchtet.

Bieryoga also…

Ich mag Yoga. Ich mag Bier.

Perfekte Symbiose. Oder nicht? Auf dem Weg nach Neukölln in’s Loftus Hall frage ich mich, wie sich bei so einer Veranstaltung wohl das Publikum zusammensetzt. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Bieryoga ist noch relativ neu und findet heute erstmalig im Loftus Hall statt. Ankunft, Bezahlung (5€. Schnäppchen!) und Unterschrift, mit der man versichert, dass man weiss, was man hier heute Abend tut.

Es ist kalt. Auf dem Boden liegen hier und da Scherben und Kippen. Berliner Club halt. Ich beziehe ein Plätzchen mit meiner Matte hinten in der Ecke, warte aber auf der Couch gegenüber der Bar, weil der Boden schon ziemlich kalt ist. Nach und nach trudeln die Teilnehmer ein. Junges Publikum. Ziemlich Neukölln. Hoher Männeranteil. Jungs in Skinny Jeans rollen winzig kleine Isomatten aus, andere lassen sich in langen Unterhosen auf einem Handtuch nieder.
Hier und da verstecken sich auch ein paar Mädels, die aussehen, als hätten sie schon mal Yoga gemacht. An der Bar gibt es Bier. 4€ (davon 1€ Pfand). Jhulia rät zu dem Kauf von 2 Bieren, bevor es losgeht.

BierYoga Location in Berlin

BierYoga Location in Berlin

Kurz vor Beginn ist es knackig voll. Und ich denke, ich bin die älteste Person im Loftus Hall. Jhulia klettert auf das DJ-Pult und erklärt, dass sie Yogalehrerin ist und auch gerne trinkt. Und dass man ja oft am Wochenende abends mit sich hadert, ob man zum Sport gehen soll oder nicht, um doch lieber zu feiern. So entstand die Idee „Bieryoga“. Soweit kann ich noch folgen…

Allerdings steige ich bei der eingehenden Biermeditation dann auch schon aus. Wir sollen die Flasche festhalten, ertasten, am Bier riechen, einen Schluck trinken, das Prickeln im Mund spüren. Ein bisschen albern.

Bin ich zu alt?

BierYoga - bin schon voll dabei!

BierYoga – bin schon voll dabei!

Aber dann geht es los mit ein paar Sonnengrüßen. Lautes Gegröle von diversen Isomatten und Handtüchern, weil einige Jungs in Schlafanzughosen und bunten Sporthosen feststellen, dass sie muskulär doch ziemlich verkürzt sind. Dazu Musik mit ordentlich Bass. Ich muss mich konzentrieren, Jhulia zu verstehen. Die Bierflasche ist irgendwie in alle Asanas integriert. Tadasana. Gegenseitiges Zuprosten. Cheers.

In Bewegung ist der Raum jetzt nicht mehr zu kalt. Die Gruppe besteht zu einem großen Teil aus Leuten, die noch nie Yoga gemacht haben. Dafür geht alles ganz schön schnell. Also sowohl das Yoga, als auch das Trinken. Ich bemerke nach ca. 45 Minuten den Alkohol. Das Bieryoga dauert 60 Minuten. In den restlichen 15 Minuten fordern mich Balancehaltungen entsprechend stärker als sonst. Jhulia steht auf dem DJ-Pult im Raum und balanciert eine Bierflasche auf ihrem Kopf. Weirde Szenerie. Ist das hier Yoga? Leider irgendwie nicht.

Savasana. Selbst in diesen 3 Minuten schaffen ein paar wenige Typen es nicht, die Klappe zu halten.

Das Ergebnis nach einer Stunde BierYoga

Das Ergebnis nach einer Stunde BierYoga

BierYoga in Berlin – Was ist also mein Fazit?

Ich finde die Idee nach wie vor top, aber wenn man Abendprogramm im Club mit Yoga kombiniert, steht und fällt der ganze Spaß höchstwahrscheinlich mit den Teilnehmern. Ich kann mir vorstellen, dass Frauke und Ena das mit ihrem Nightdive ganz gut hinbekommen würden.

Ich hatte auf entspanntes Publikum gehofft, das es leid ist, in hippen Berliner Studios zwischen drahtigen Weizengrasladies die Matte auszurollen. Hat nicht so ganz funktioniert. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Denn ich finde die Idee nach wie vor gut, Yoga und das ganze Drumherum einfach mal nicht so bierernst (höhö) zu nehmen. Vorerst werde ich aber lieber wieder erst zur Yogaklasse gehen und im Anschluss trinken. Sicher ist sicher.

In diesem Sinne
Namasté und Cheers!
Jenny

 

Vielen Dank an unsere Gast-Autorin Jenny (von www.ilovespa.de – da schreibt sie normalerweise über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und ihre Wellness-Empfehlungen) für diesen inspirierenden 😉 Erlebnisbericht. Sie hat ihr BierYoga-Experiment übrigens komplett selber gezahlt und wurde nicht eingeladen und auch für diesen Post fließt kein Geld.

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