Was ist ein Spaßbad im Passivhauszustand?

Forschungsprojekt: Spassbad im Passivhausstil in Bamberg

(Quelle/Bild): Forschungsprojekt: Spassbad im Passivhauszustand in Bamberg

Vor einiger Zeit sind wir über eine sehr interessante Pressemeldung gestolpert und schon die Überschrift hat uns neugierig gemacht… Was ist wohl ein Spaßbad im Passivhausstand?

Für alle die sich das jetzt auch bei unserer Überschrift gefragt haben, hier kommt die Auflösung: Im November letzten Jahres hat im oberfränkischen Bamberg das Schwimmbad „Bambados“ – ein Spaßbad im Passivhausstandard – eröffnet.

Im April 2012 startete das Monitoring (für insgesamt 2 Jahre) des Bades. Das heißt ganz genau wird ab dann überprüft, ob sich das Konzept bewährt und ob die geplanten Energieeinsparungen auch in der Realität erreichbar sind und sein werden. Bisher gibt es übrigens erst zwei dieser Passivhausbäder in Deutschland.

Doch was unterscheidet eigentlich solche Bäder von anderen und was genau bedeutet denn nun Passivhausbad?

  • Bei einem Passivhausbad werden alle Energieverbräuche des Gebäudes betrachtet
  • Durch diese Betrachtungsweise wird es möglich, Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Energiebedarf an einer Stelle und Energiegewinnen an anderer Stelle zu erkennen. So kann man die Energieströme zukünftig optimieren und verbessern. Das heißt z.B. auch, dass eine durchgeführte Maßnahme vielleicht den Energiebedarf für einen Teilbereich erhöht, aber im ganzen betrachtet eine Reduzierung statt findet.
  • Wichtig sind bei einem Passivhausbad folgende Maßnahmen um auf Dauer eine Reduzierung zu erreichen: Orientierung des Gebäudes in Richtung Süden, Integration z.B. einer Rutschanlage ins Bad, natürlich eine thermisch hochwertige Gebäudehülle, gut gedämmte Leitungen, Badewasseraufbereitung uvm. Denn das Konzept sollte natürlich nicht beim Bau enden, sondern auch im Betrieb des Bades weiter verfolgt werden – z.B. ist im Bad in Bamberg geplant, die Luftfeuchtigkeit auf bis zu 64 Prozent zu erhöhen, um die Heizenergie zu sparen. Durch die erhöhte Hallenfeuchte, reduziert sich auch gleichzeitig die Beckenwasserverdunstung. Auch das Spülwasser bzw. Schlammwasser wir zu 70 Prozente wieder aufbereitet und somit erneut verwendet. Die Duschen im Bad sind spezielle Armaturen mit geringer Durchflussmenge.
  • Wichtig ist es bei einem Passivhausbad die Investitions- und Betriebskosten gemeinsam zu betrachten. Dazu ist es natürlich auch wichtig, dass die verschiedenen Planer und Gewerke eng zusammenarbeiten.

Gut zu wissen: Das Forschungsprojekt Passivhaus-Schwimmbad „Bambados” kostete rund 32 Millionen Euro und wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der Regierung von Oberfranken sowie dem Bayrischen Umweltministerium gefördert.

Das neue Sport- und Freizeitbad in Bamberg ist ein EnOB-Modellprojekt. Die Forscher werden im laufenden Badebetrieb genau untersuchen, ob das Gebäude tatsächlich so gut funktioniert wie geplant. Weitere Informationen zum Gebäudekonzept und in Kürze auch erste Betriebsergebnisse finden sich unte www.enob.info.

Tanja Klindworth

Hier schreibt Tanja Klindworth

Tanja Klindworth ist nicht nur das Herz der Traum-Spa-Redaktion. Sie schreibt darüber hinaus auch für andere Blogs, Webseiten, Reise- und Fachmagazine. Ob online oder als Print-Variante. Ihre Fachbereiche sind: Wellnesstrends, Gesundheit, Urlaub und Reise. Zusätzlich ist sie auch als Reisebloggerin tätig.

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